Trangia Sturmküche

Wir hatten nie Campingkocher. Oder Gaskocher. Oder Sturmkocher. Das heißt nicht, dass es unterwegs immer nur Rohkost, Brot und Müsli gab. Im Gegenteil: Wir hatten ziemlich zuverlässig bei Wind und Wetter immer etwas warmes im Magen. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Zu verdanken haben wir das dem Trangia und der verdient definitiv eine eigene Kategorie. Ich stelle vor: Trangia Sturmküche.

Die Firma „Trangia“ wurde bereits 1925 von John E. Johnson und seinem Schwiegervater gegründet. Anfangs stellten die beiden Aluminiumtöpfe für den Haushalt her. Der Name war eine Kombination aus dem Ort (Tr°ang) und der Abkürzung von „in Aluminium“ (ia). Als die schwedischen Arbeiter in den 30er Jahren mehr Urlaub bekamen, stieg die Nachfrage nach Camping Ausrüstung und Trangia passte sich dieser Entwicklung an. So entstand 1951 der erste Prototyp der Trangia Sturmküche.

 

Das Leben ohne Trangia.

Dass Trangia ein unverzichtbarer Reisebegleiter ist, ist mir bei meinem ersten selbstorganisierten Outdoor-Urlaub aufgefallen. Eine Schulfreundin und ich waren 2 Wochen mit Zelt und Rucksack im Engadin unterwegs und ich hatte mir zu diesem Anlass einen eigenen kleinen blauen Campingkocher gekauft. Am ersten Abend im Wald hat er noch gute Dienste geleistet (abgesehen von einem etwas wackelig Stand). Danach hätte man sich das zusätzliche Gepäck aber auch sparen können. Er hat sich mit dem windigen Alpenwetter am Silverplaner See einfach nicht gut verstanden. Nachdem der Reis im kalten Wasser partout nicht weich werden wollte und der Kocher sich auch an den folgenden Tagen nicht dazu herablassen wollte, uns ein bisschen Wasser zu erhitzen, sind wir gezwungener Maßen die restliche Zeit auf Schweizer Wurzelbrot umgestiegen. Es gibt schlimmeres, aber hin und wieder etwas warmes im Magen wäre auch ganz nett gewesen.

Danach habe ich mir immer den (über 40 Jahre alten!) Familien- Trangia ausgeliehen und kann jetzt endlich auch einen kleinen Trangia mein eigen nennen.

        

Ok. Aber was kann dieser Kocher jetzt eigentlich?

Eigentlich lässt sich schon alles am Logo erkennnen. Schlicht, reduziert, stabil – er funktioniert einfach. Noch nicht überzeugt?

Trangia ist ein Leichtgewicht .

Trangia ist extrem kompakt.

Trangia ist super stabil und minimalistisch ohne viel Schnickschnack und ohne Plastik (!)

Trangia ist langlebig – das Exemplar meiner Großeltern befindet sich nach wie vor im Einsatz

Trangia ist einfach genial. Er hat ein ausgeklügelter Wärme-Austauschsystem (das zu erklären gerade den Rahmen sprengen würde) Hinzu kommen diverse Details: der Griff, der Regulierungsring für die Spiritusflamme, der einfache Gurt der alles zusammenhält, der sichere Stand auf unebenen Untergrund…)

 

Und Trangia ist erweiterbar, austauschbar und offensichtlich auch pimpbar: Früher gab es Trangia nur als Spirituskocher – das ist sicher sehr effektiv aber nicht unbedingt praktisch. Meine Mutter hat darum irgendwann einen Gasanschluss selber drangebastelt. Gute Nachricht an alle, die kein Fan von Gas-Anschluss-Bastelaktionen sind: Es gibt den Trangia mittlerweile auch direkt mit Gasanschluss.

 

Also: ein hoch auf den Trangia

Und ein dickes Danke an John E. Johnson und seine Familie!

 

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